Sonntag, 13. November 2016

Krank

Am 30. Oktober haben wir Besuch aus dem Chaco. Rosi und Klaus kommen mit Mo und Peter zum Raclette am Sonntag Mittag! Nach einem Toilettenbesuch fragt mich Gudrun diskret, ob die Lili was in die Toilettenschüssel geschüttet hätte, denn das Wasser da drin sei ganz rot! Ui, dann beim zweiten Mal das Gleiche. Das Wasser ist rot. Blut im Urin. "Morgen gehn wir gleich ins Centro Salud ", sage ich. Der Arzt dort schickt uns gleich zur Blutanalyse und Ultraschall nach Ypacarai ins Sanacoop. Am nächsten Tag wieder zum Arzt, der sieht sich die Sache an und schickt uns zum Urologen wieder nach Ypacarai. Nach längerer Wartezeit wird uns mitgeteilt, der Urologe sei nur morgens da, am Nachmittag sei er in Caacupe in der clinica cordillerana. Wir machen uns auf den Weg dorthin. Da das eine Privatklinik ist, kostet die Konsultation 90000 Gs. Er sagt Gudrun, ihr stünde eine grössere Operation bevor, die so schnell wie möglich gemacht werden müsse! Im Hospital nacional in Itaugua gibt er uns eine Mitteilung an den Urologen Ugarte mit und Rezepte für Computertomografie, Röntgenbild und Blutanalyse. Wir fahren sogleich hin, es ist schon Nachmittag. Natürlich ist da keiner da und erst nach längerem Nachfragen hat eine Receptionistin mit uns Erbarmen und sagt, wir müssten am nächsten Morgen ganz früh da sein, denn einen Termin bei den Ärzten gibt es nicht, man muss Nummern ziehen. Wer zuerst da ist, kommt auch zuerst dran!
Gut, am nächsten Tag sind wir um 5 Uhr da, warten bis um sieben für die Tomografie. "Sie müssen erst eine CD kaufen, señora!" Um die Ecke steht so ein Kerl und will uns gleich für 10000 Gs eine CD mit Schachtel verkaufen! Nein eine für 5000 Gs mit Hülle genügt. Wir geben die CD ab, da sagt doch diese Frau zu uns: "In 10 Tagen ist die CD fertig!" Ach du Sch......bis dahin kann ich tot sein! "Na gut, bis Mittwoch Morgen ist sie fertig!" Wir auch!!!! Dann machen wir die Blutanalyse und das Röntgenbild am Mittwoch!
Man glaubt es kaum, aber am Mittwoch Morgen ist die CD wirklich fertig. Gehn wir ins Laboratorio zur Blutanayse! Meine Güte, die ist vollgestopft mit Menschen aller Art. Es gibt nur noch einen freien Platz neben einem Mann mit Katheder, der sich tröpfchenweise auf den Boden entleert und einen Gestank verbreitet, dass ich es mit meinem, seit Wochen anhaltenden Husten, nicht aushalte!
Die Analyse sei ab 12 Uhr abholbereit, sagt die nette Señorita, die aus Erbarmen mit uns "urgente" auf den Zettel schreibt! Da können wir in der Zwischenzeit zum Röntgen. Das geht so zackig, dass es kaum zu glauben ist! Nun haben wir viel Zeit, begeben uns ins Auto und frühstücken erst Mal unsere Sandwiches, Bier und Wasser. Um 12 holen wir die Analyse und fahren nach Hause. So, wir haben jetzt alles beisammen und können beim Urologen einen OP-Termin ausmachen am nächsten Tag.
Wir denken,  sieben Uhr ist früh genug, um den Urologen zu konsultieren. "Nein der Dr. Ugarte ist heute nicht da! Wollen Sie zu einem andern Urologen?" Ja das wollen wir, denn schliesslich ist alles ganz dringend! Schon da fallen mir einige Gegenstände auf, die  auf dem Boden liegen! Ich schenke dem nicht weiter Beachtung, denn überall liegen Menschen und Sachen herum. Dazwischen kommen verschiedene Verkäuferinnen von Chipas, Sandwiches und Cocido vorbei. Alles ist voll wartender Leute. Ich schwöre, sollte ich nochmals in dieses Hospital müssen, werde ich einen Klappstuhl mitnehmen! Nach langer Wartezeit sind wir an der Reihe bei Dr. Ricardo Scavenius Benitez, einem Hünen von Mann in den Dreissigern. Er hört sich die Geschichte von Gudrun an, schiebt die CD in seinen PC und begutachtet alles, auch die Analysen, sehr lange und eingehend. Er sagt uns dann, dass man den Tumor schon früher hätte erkennen müssen, auf dem Bild von vor 10 Monaten, da war er noch klein, jetzt hat er einen Durchmesser von 6 cm . Er ist bösartig, und man müsse so schnell wie möglich die Niere herausnehmen. Die andere Niere sei vollkommen in Ordnung. Er schreibt uns einen Termin am 11. November auf. Wir müssen um 5 Uhr morgens dort sein, sollen uns aber vorher auf dem Büro der Administracion anmelden.
Das machen wir gleich!
 Ja- kommen sollen wir, aber es gäbe keine Sicherheit auf ein freies Bett!
Wieder ein Schlag ins Gesicht!

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