Sonntag, 22. Juli 2012

Der kleine "Gallier"....Idefix

Ich bin Idefix!
Heute Nacht wird uns Cora mit Gudrun verlassen. Peter hat die Transportbox gereinigt, ich die Decken und Kissen gewaschen. Hmm...aber, wie Cora wüsste, dass da was geschehen soll, will sie um keinen Preis in die Box! Warten wir mal ab, bis heute Nacht um 01.00 Uhr, wenn wir losfahren. Sie wird wie gewohnt im Auto mitfahren und erst auf dem Pettirossi Flughafen in Asuncion vor dem einchecken in die Box bugsiert.


Idefix in seinem neuen Bettchen..

..mit Peter und Cora Gassi gehen...

..doch, hier fühle ich mich wohl....

zuerst wird das Tellerchen von Idefix geleert, dann der Eigene....aber , aber...

mein allerbester Freund Triton, bei Gudrun
Wir werden Cora sehr vermissen, sie ist ein so pflegeleichter Hund, sehr anhänglich und lieb. Wie sich herausstellte, kann sie aber auch eifersüchtig sein. Wir haben nämlich einen kleinen "Gallier" erhalten, mit Namen Idefix! Gudrun hatte Befürchtungen, dass die Lady,  der Fila, der gern auf dem Tisch sitzt, den kleinen Idefix angehen würde in ihrem Eifer, Besucher anzubellen. Das ist schon mal passiert! Idefix hatte ziemlich tiefe Wunden von den Zähnen der angriffigen Lady und seither den grössten Respekt vor ihr. Wir haben ihn zu uns genommen. Cora hat ihn ganz bewusst missachtet und ist ihm aus dem Weg gegangen. Nur auf den täglichen Spaziergängen liess sie sich herab, mit dem Kleinen zu spielen und herumzutollen! Ei, was ist denn das? Sie hat sich in das kleine Bettchen von Idefix gelegt, obschon nur knapp ihr Hinterteil rein passte! Aber, aber...was soll denn das? Hat sie doch schon unser Sofa in Beschlag genommen und würde zu gerne auch zu uns ins Bett! Idefix ist ein fixes kleines Kerlchen, sehr schnell, wie eine Kanonenkugel rast er über den Rasen, den Bällen hinterher. Gudrun meint, das sei ein Rassehund. Ich schaue mir Fachbücher an und stelle Vergleiche an. Bei einem PON (Polski Owczarek Nizinny, polnischer Niederungshütehund) werde ich fündig. Idefix ist dann doch einfacher auszusprechen! Jedenfalls sieht er genau wie der kleine Hund von Asterix und Obelix aus. Ob er allerdings Wildschweinbraten mag, haben wir noch nicht herausgefunden! Er ist auch sehr wachsam und ungehorsam. Das wird sich ändern, wir haben ja alle Zeit der Welt, dem kleinen Springinsfeld seine Macken vom Ausbüchsen auszutreiben, und den 9 Monate alten Schlaukopf zu erziehen!

Montag, 9. Juli 2012

Machtkämpfe

Nachdem die Absetzung des amtierenden Präsidenten Paraguays, Fernando Lugo, ehemaliger Bischof, durch das paraguayische Parlament,einige Unruhen hervorgerufen hat, vorallem in Mercosur und UNASUR , ist wieder einigermassen Ruhe eingekehrt. Zu Strössner`s Zeit wurde an die Armen Land verteilt, damit sie dieses bebauen, um davon leben zu können. Viele verkauften dann ihr Land, weil sie Geld brauchten. Das Geld aber war schnell verbraucht und so waren sie wieder arm wie zuvor. Nun kamen sie auf die Idee, Land, das vermeintlich niemandem gehört, zu besetzen. Da dies nun nicht der Fall war, setzten sich die Besitzer zur Wehr, und zwar mit Hilfe und Einverständnis des Parlaments und des Präsidenten. Es kam in der Gegend von Curuguaty, da wo ein Schweizer Missionar eine Landwirtschaftsschule aufgebaut hat und betreut, zu heftigen Kämpfen. Es verloren 6 Polizisten und 11 Landbesetzer ihr Leben! Da man sich in der Regierung auch nicht einig ist, und zudem im nächsten Jahr Präsidentschaftswahlen stattfinden, mussten Köpfe rollen für diese Bluttat. Es wird gemunkelt, dass die ganze Angelegenheit von Venezuela provoziert und unterstützt wurde, da Paraguay immer wieder sein Veto zum Beitritt Venezuelas in den Mercosur eingelegt hat. Brasilien und Argentinien drohten mit Sanktionen. Doch da europäische Staaten ihre Hilfszahlungen einzustellen drohten, gab man klein bei. Ich muss sagen, dass wir nicht viel, oder eigentlich gar nichts merken im täglichen Leben. Einmal heisst es, das Gas werde ausgehen, dann, wir würden kein Benzin geliefert bekommen. Bis jetzt fehlt es aber an nichts von alldem.
 Das ist eine Kurzfassung über politische Ereignisse, die das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Lugo und dann auch fast gleichzeitig den Beitritt Venezuelas in den Mercosur zur Folge hatten.
Nun ist also der Vizepräsident, Federico Franco, vereidigter Präsident! Etliche Minister wurden ausgetauscht, und das hat nun tatsächlich Folgen für uns Einwanderer. Unser Bankkonto bei der Sudameris ist davon betroffen. ( Wir warten schon 4 Wochen auf die Eröffnung!!!!) Nun muss der Nachweis unseres Geldes, den wir beibringen mussten, um Geldwäscherei auszuschliessen, auch noch vom Aussenministerium beglaubigt werden!!!!!!! ( Diese Beglaubigungen und Beglaubigungen der beglaubigten Beglaubigungen sind echt nervtötend und schlicht unbegreiflich!!) Auch auf die Aufenthaltsbewilligung werden wir jetzt wohl noch Monate warten müssen. Am 2. August werden wir jedenfalls nach Asu fahren, unsere Mesa de entrada abstempeln lassen und nachfragen, ob die Cedula schon fertig wäre.
Soviel zu den politischen Irrungen und Wirrungen!

Unser Swimmingpool nimmt unterdessen Formen an! Heute wurden die Pumpe, der Handlauf und all die notwendigen Zutaten geliefert und der Skimmer eingebaut. Erstaunlich auch die Kreativität unserer Plattenleger!




Eine besondere Art von Machtkampf erleben unsere Freunde, die Familie Sommerlad. Sie haben sechs Hunde, 4 Fila Brasileiros und 2 kleine Mischlinge. Lady, die Dame und Mutter von Samson und Triton, beide 16 Monate alt, Hektor, der Vater und die beiden kleinen Hunde, Lord und Idefix. Samson haben wir schon öfters beobachtet, wie er seinen Vater spielerisch zum Kampf aufforderte. Samson ist 90 kg schwer! Triton, sein Bruder, leidet an Wachstumsstörungen in den Hüftgelenken und ist der auserkorene Liebling des kleinen Idefix. Die zwei Hunde sind ein Herz und eine Seele. Nun kann man ja diese Hunde nie alleine lassen. Einer muss immer zu Hause bleiben und aufpassen, dass nichts passiert und sie sich nicht im Spiel ernsthaft verletzen. Die Lady hat letzte Woche versehentlich den kleinen Idefix fast totgebissen, als jemand draussen vor der Tür stand. Ich muss etwas zum Charakter dieser Filas sagen. In der Schweiz war mir diese Rasse gänzlich unbekannt. Diese Hunde wurden gezüchtet, um Sklaven einzufangen und die Frauen der Plantagenbesitzer zu beschützen. Sie sind sehr auf Frauen bezogen. Sollte es einem Eindringling gelingen, ins Haus zu kommen, hinaus kommt er garantiert nicht wieder! Die Filas würden ihn glatt zerfleischen. Sie beissen nicht einmal zu, nein, sie beissen immer und immer wieder zu, so dass am Ende nicht mehr viel von einem Angreifer übrig bleibt. Ihre Haut ist lose, man kann sie packen und gut eine handbreit vom Körper wegziehen. Erstaunliche Hunde, sehr lieb und verspielt und doch vollführen sie jeweils einen Heidenlärm, bis sie erkennen, wer die Besucher sind.
Eines Nachts nun wurde aus dem spielerischen Gerangel zwischen Hektor und Samson blutiger Ernst! Leider geriet der linke Arm von Gudrun in die Schusslinie, sprich Beisslinie der beiden Streithähne, als sie versuchte, die beiden zu trennen und den einen am Schwanz wegziehen wollte. Sie musste blutüberströmt in den Notfall, wo man ihre Wunden nähte. Dann am nächsten Tag, als wir sie sahen, war mir das alles nicht geheuer. Die Hand war verbunden und wurde zusehends dicker. Wenn da nur nichts gebrochen ist! Wir beraten mit Carlos und Gudrun, was zu tun sei. Ich bin für Röntgen und genaue Abklärung ! Das geht nur in Asuncion, im Sanatorio Italiano! Da Gudrun doch immer stärkere Schmerzen hat, ist sie einverstanden und wir fahren um 20.00 Uhr nach Asuncion in den Notfall des Sanatorio Italiano. Sie wird untersucht, geröngt, und es werden andere Medikamente verschrieben. Hundebisse sollten nicht genäht werden! Tetanusspritze wurde aufgefrischt. Danach müssen wir die Medikamente und Verbandszeug in einer Pharmacia kaufen. Gegen Mitternacht sind wir wieder zu Hause.
Für Gudrun, Carlos und Claus ist eine Welt zusammengebrochen! Sie haben die kleinen Hunde mit der Flasche aufgezogen, haben sie gepflegt, als sie krank waren. Sie sind ihnen ans Herz gewachsen, wie Kinder!



Lord

"Auf`s Plätzchen!"

Nach dem Essen ein Leckerli...

Lady auf dem Tisch, wie undamenhaft!
Und nun dies! Eine Lösung muss gesucht und gefunden werden. Im Moment werden die Hunde getrennt gehalten, je zwei und zwei, einmal drinnen und einmal draussen. Für alle eine schwere Zeit, müssen wir doch unsere besten Freunde leiden sehen.


Mittwoch, 27. Juni 2012

Umzug nach San Bernardino

Ende Mai 2012 ist es also soweit, wir können einziehen in unser Haus. Traumhaus! ---------?
Wir beladen unser Auto mit Kisten und Koffern und nehmen den Weg nach San Bernardino unter die Räder. Von Saldivar bis Sanber dauert die Fahrt meistens eine Stunde. Da wir ja nun auch noch Cora dabei haben, müssen wir die Fahrt 7x machen. Möbel sind ja schon im Haus, die Betten sind sehr gut, Tisch und Polstergruppe aus Massivholz und demzufolge äusserst schwer. Doch schon am ersten Morgen beim Duschen stellt sich heraus, dass das Wasser in der Dusche keineswegs den Weg zum Abfluss nimmt, sondern in die andere Richtung fliesst und einfach stehen bleibt! Sch..... Auch die wunderschönen Glastüren sind nicht dicht, jeden Morgen muss ich eine Million kleiner Fliegen und Mücken zusammensaugen! Gottseidank hab ich meinen "DirtDevil" ( Staubsauger ohne Beutel ) mit eingepackt! Peter ärgert sich über die Fenster, die handgelenk mal pi eingebaut worden sind und macht sich gleich daran, sie auszubessern. Da stimmt fast nichts aufeinander, und es  kommt bei Nacht, wenn man  Licht anmacht, die zweite Million kleiner Fliegen und Mücken rein! Die Architektur des Hauses ist erstklassig, nicht aber die Ausführung! Die Bidets, die nachträglich vom Verkäufer, Herrn Curd Ernesto Tippach, gebracht wurden, sind gespalten und defekt. Einige Bodenplatten sind beschädigt, aber da das Haus schon 2 Jahre "fertig" ist, sind die nicht mehr lieferbar.
"Das war doch bei uns genauso," beruhigt mich Gudrun "du wirst sehen, sobald das Haus bewohnt ist, verschwinden die Fliegen von selbst!"-- Naja... wir werden sehen!
Gudrun empfiehlt uns Mariano Soto für den Swimmingpool. Es stellt sich heraus, dass er sehr zuverlässig ist und immer einen guten Rat bereit  hat. Wir beauftragen ihn auch gleich mit allen anfallenden Ausbesserungsarbeiten! Ein Vertrag wird von Carlos angefertigt, in dem hervorgeht, wieviel wir jede Woche zu bezahlen haben. Das ist hier nicht wie in der Schweiz, hier werden die Handwerker wöchentlich bezahlt.
Mit Stechschaufeln und Tererekrug bewaffnet, erscheinen am Montag 6 Arbeiter und graben ein Loch von 4x10x1,4 Metern für den Swimmingpool! Cool, nach 2 Tagen haben sie`s geschafft! Danach glaube ich mich ins Mittelalter versetzt-------------1 Mann fertigt ein Netz aus 10mm Stahlstangen. Um sie zu biegen, klettert er auf einen Baum und hängt sie über einen Ast, die andern machen Tererepause! Dann gehts ans Betonieren! Ein kleiner Betonmischer wird hergefahren, dann wird kesselweise Sand, Kies und Zement mit Wasser gemischt und die Bodenplatte betoniert! All das in so Badeschlappen!  Aber es geht vorwärts! Eigentlich sehr schnell! Mariano beaufsichtigt seine Arbeiter und,  ab und zu, wenn Not am Mann ist, legt er selber Hand an!
Eines Morgens, als wir Gudrun abholen, sagt sie: " Mariano hat mich gestern gefragt, ob ihr meine Freunde seid. Ja, hab ich gesagt, aber natürlich! Dann sag doch bitte der Señora, sie solle es sich gut überlegen, ob sie nicht hinterm Haus zur Strasse hin einen stabileren, höheren Zaun machen lassen will, zu ihrer Sicherheit! Es sei auch gut, dass ihr einen Hund hättet!" "Hast du ihm gesagt, dass Cora nur noch bis zum 23. Juli bei uns ist?" frage ich. "Ja, hab ich, und er hat gesagt, es wäre besser, wenn ihr  einen Hund hättet. Er braucht nicht draussen zu sein, muss auch nicht gross sein, aber einer, der bellt, wenn ihm was nicht gefällt, da ja schliesslich alle Paraguayer Angst vor Hunden hätten!" "Gut, wir werden uns das überlegen!" beruhige ich Gudrun. Carlos hat uns auch schon das Angebot gemacht, während unserer Abwesenheit in unserem Haus zu wohnen, zum Rechten zu sehen, und auch einen Hund zu betreuen! Muchas Gracias, Carlos, muy amable!
Schon mehrmals sind wir von Freunden darauf aufmerksam gemacht worden, wie sinnvoll es sei, einen Hund zu haben. Gudrun hat mich auch schon mit Pfefferspray und anderen Sachen ausgerüstet. Ohne Cedula kein Waffenschein! Wir warten immer noch auf die Aufenthaltsbewilligung!
Wie wichtig gute, schlagfertige Freunde sind, haben wir auf einer unserer Fahrten nach Sanber gemerkt.


unser Haus, wie wir`s kennen lernten...
Pool 1. Tag.....


Pool 2. Tag....


Cora auf dem Sofa....


Gang zu den Schlafräumen...


Licht im Quincho (Aussensitzplatz)


unsere ersten Gäste, Gudrun und Claus....


Aussenfassade...
Quincho
Ansicht von oben.....



In Saldivar gibt es eine Ampel an einer Kreuzung, 200 Meter danach steht links eine Schule,wo morgens immer ein Polizist den Verkehr beobachtet. Die Ampel steht auf Rot, wir halten hinter einem Bus, sie wird Grün, der Bus fährt los, wir ebenso. Nach 200 Metern, -Stop-, 2 Polizisten halten uns an und sagen, wir wären bei Gelb über die Kreuzung gefahren! Nein, sage ich, es wäre schon Grün gewesen! Da hält er uns ein Buch unter die Nase und behauptet, wir wären bei Rot gefahren! Gringos, und die zockt man ab! Er verlangt 1,5 Mio Guaranies. Mein Mann wird wütend und brüllt die beiden an, auf Berndeutsch, wohlverstanden. Mir ist die Situation langsam peinlich, versuche meinen Mann zu beruhigen, der wird aber immer zorniger, weil ja im Recht. Ich ergreife mein Handy und will Thomas anrufen, die Polizisten drehen uns den Rücken zu. Thomas ist nicht da, also rufe ich Gudrun an. Gottseidank ist sie zu Hause! Ich gehe zum Polizisten, gebe ihm das Handy, er spricht mit Gudrun! Der Mann wird immer "kleiner" und gibt mir  mein Handy zurück. " Gib dem Hunderttausend, das genügt, damit ist er zufrieden! Er hat mich gefragt, wer ich sei, da habe ich gesagt, ich sei von der Presse in San Bernardino!" Ui, das hat dem Eindruck gemacht, besonders da er schon mal ein Erlebnis hatte mit Carlos, und der ist dann wirklich von der Presse! Ich schiebe einen 100000er in den Ausweis, gebe alles dem Polizisten, nehme den Ausweis wieder an mich und sage Peter, er solle so schnell wie möglich losfahren! Bin ich froh, dass wir  diese Strasse und diesen Polizisten mit dem Tererekrug auf dem Stühlchen unter dem Mangobaum nicht mehr jeden Tag sehen müssen!!


Donnerstag, 21. Juni 2012

Cora

Endlich sind wir wieder online!


Cora


Mitte Mai erzählt uns Gudrun die Geschichte von Cora, einem Rhodesian Ridgeback-Doggen Mischling. Sie wurde vor ungefähr zwei Jahren aus der Schweiz von Einwanderern mitgebracht. Nachdem die Leute aus familiären Gründen wieder in die Schweiz zurück gingen und ihre drei Hunde nicht mitnehmen konnten, wurden sie an gute Plätze hier in Paraguay gegeben. Cora kam zu einer deutschen Dame nach Piribebuy. Diese Dame will am 12. Juni nach Deutschland reisen. Cora soll eingeschläfert werden. Ihre Besitzerin, Susanne, in der Schweiz bittet Gudrun, den Hund doch bitte zu ihr in die Schweiz zu bringen, sie bezahle die Tickets für beide. Da Gudrun aber selber sechs Hunde, 4 Fila Brasileiros und 2 kleine Strassenmischlinge besitzt, taucht die Frage auf, wo Cora in der Zwischenzeit bleiben könnte. Da entsteht nämlich ein Papierkrieg sondergleichen, wenn man einen Hund ex- und importieren will! Peter und ich erklären uns sofort bereit, den Hund bis zum Abflug bei uns in Pflege zu nehmen. Wir ziehen ja Anfang Juni in unser Haus in San Bernardino um.
 "Das ist ein ganz liebes Mädchen und sehr unkompliziert!" versichert uns Gudrun. " Ihre Besitzerin hat sie  verwöhnt, sie hat in einem Babybettchen geschlafen und wurde abends immer zugedeckt!"
 Mhm...denke ich mir, mal sehen. Wir hatten ja auch schon einen Hund in der Schweiz, also wird das kein grosses Problem werden. Gut- Ende Mai ruft uns Gudrun an und sagt, wir könnten den Hund im Patchwork-Cafe in Caacupe abholen und mit ihm zu Dr. Tuma nach Asuncion fahren. Blut muss abgenommen  und nach Brasilien ins Labor geschickt werden! Ok, das machen wir. Doch .....oje..........als wir den Hund sehen hat er tiefe Bisswunden am Hals und in den Flanken! Armes Mädchen!! Cora sei gebissen worden, gestern, informiert uns die Frau, und das sei schon das vierte Mal passiert.  Auf  KEINEN Fall bringen wir Cora wieder dorthin, nein, wir behalten sie gleich bei uns! Da nun aber mit Gudrun`s Ticket noch gar nicht alles klar ist, muss doch zuerst abgeklärt werden, mit welcher Fluggesellschaft so grosse Tiere nach Europa transportiert werden, fahren wir erstmal nach Asuncion zu Herrn Doktor Tuma. Er ist der Arzt, welcher als einziger Ex- und Importpapiere für Tiere ausstellen darf. Der Arzt untersucht  Cora genau  und ordnet eine OP in Narkose an, was heisst, wir müssen Cora für ein paar Stunden in der Tierklinik lassen. Dr. Tuma, ein sehr sympathischer, älterer Herr, dem von einem Affen die drei mittleren Finger der rechten Hand abgebissen wurden, kann demzufolge die Wunden nicht selber nähen. Ein Assistenzarzt übernimmt die Versorgung Coras. In der Zwischenzeit gehen wir eine Pizza essen und machen die grossen Shoppingcenters in Asu unsicher! Obwohl Paraguay ein Drittweltland ist, findet man hier einfach alles, man muss nur wissen wo, und sein Geld wird man hier genauso schnell los, wie in Europa!


hier gefällts mir.....

Um 18.30 Uhr können wir Cora in der Praxis von Dr. Tuma abholen. Sie ist wunderbar "zusammengeflickt" und kriegt verschiedene Pillen mit. Antibiotika etc., Riesendinger, Cora ist 50 kg schwer! So, nun wissen wir eben noch nicht, ob Cora mit Gudrun von Asu aus fliegen kann, oder ob man einen Transport nach Buenos Aires, Sao Paulo oder gar Montevideo organisieren muss. Je nachdem muss für jedes zu passierende Land ein Bluttest und spezielle Papiere ausgefertigt werden! Könnte also länger dauern!! Der Bluttest kann ausserdem nur in Brasilien durchgeführt werden, was ungefähr vier Wochen dauert. Mann, ist das alles kompliziert! Nun muss Gudrun erst mal abklären, ob TAM Hunde mitfliegen lässt. Dazu kontaktiert sie Uwe Becker, unseren Einwanderungshelfer.  Er reist von Pontius zu Pilatus und findet endlich einen Flug von Asu aus mit TAM, der eine so grosse Transportbox mitnimmt nach Sao Paulo. Aber von da nach Frankfurt gehts nur mit Lufthansa, was bedeutet, dass Gudrun, eine  Raucherin wie ich, 10 Stunden Aufenthalt in Sao Paulo verbringen muss, ohne Raucherecke !!! Der erste, mögliche Flug geht am 23. Juli. Gut, da haben wir Cora ja noch etwas länger bei uns, als zuerst gedacht. Sie ist ein wunderbarer Hund, lieb, aufmerksam, unkompliziert, gut erzogen und pflegeleicht. Da sie ja nun so viele Pillen schlucken muss, haben wir uns angewöhnt, sie am Morgen zum Frühstück mit in Leberpastete und Wurstscheiben gewickelten Tabletten zu füttern am Tisch. Am Anfang hatten wir unsere liebe Mühe mit diesen stinkenden Pillen! In Wurst oder Käse gesteckt hat Cora immer gemerkt, was da kommt, hat die Wurst genommen und die Pillen ausgespuckt! Ein kluges Mädchen! Bis ich dann auf die Idee mit der Leberpastete kam, in welche die Pille luftdicht verpackt und zusätzlich noch in ein Stück Wurst gewickelt wurde! Von nun an klappts wie am Schnürchen! Aber natürlich hat sich Cora an die Zeremonie am Morgen gewöhnt und will auch weiter so gefüttert werden. Die Pillen sind alle, die Fäden gezogen und Cora wohlauf! So, dann gibts halt jetzt Butterbrötchen mit Rührei oder Wurst und Käse drauf und zum Schluss noch Marmeladenbrötchen! Liebe Susanne, verzeih uns, dass wir deine Prinzessin so verwöhnen, aber es ging nicht anders. Nach dem Frühstück gehts mit Peter auf einen längeren Marsch, was beiden sehr gut bekommt!! Danach liegt man etwas in der Sonne und schaut den Arbeitern zu beim Swimmingpool bauen. Manchmal gehts zum Shopping oder zu sonst einem Termin im Auto, was Cora so gut gefällt, dass sie gar nicht mehr aussteigen will! Überhaupt Auto! Ich habe mich krumm gelacht, als sie das erste Mal ins Auto steigen wollte: Zuerst wird geschnuppert, dann die Vorderpfoten aufs Auto gelegt, dann wird gewartet, bis jemand sie hinten hochhebt und in den Kofferraum schiebt! Naja beim ersten Mal ist es nicht geblieben, es wird jedesmal erwartet!
 "Sie ist  eben ein Jagdhund und kein Hürdenläufer!" meint Gudrun dazu!
 Dann als Zwischenmahlzeit gibts Kauknochen, die auch schon mal aus meiner Handtasche stibitzt werden!
Am Abend wird Hackfleisch oder anderes Fleisch mit Gemüse und Reis für die "kleine" Lady gekocht! Mhmmm..das ist ganz lecker und wird heiss geliebt!




..wer frisst denn schon vom Boden.......

Ehrlich gesagt, werden wir Cora schon sehr vermissen, wenn sie uns dann am 23. Juli, morgens um 2.30 Uhr Richtung Schweiz verlässt!
"Du musst dir unbedingt einen Hund anschaffen!!" Das hören wir immer wieder von überall her. Die Paraguayer fürchten sich sehr vor grossen Hunden, haben aber selber auch welche, die sehr oft auf den Strassen tot gefahren werden, weil sie sich selbst überlassen sind, und sich keiner um sie kümmert. 
Leishmaniose! Nie zuvor hatte ich von dieser Krankheit in Europa gehört. Letzten August musste Thomas seinen kleinen Dackel einschläfern lassen, weil er an dieser Krankheit litt. Sie wird von einer Mücke übertragen, ist ein Virus, der unweigerlich zum Tod führt. Es gibt eine Impfung dagegen aus Brasilien, die ist allerdings in Paraguay verboten. Kein Mensch weiss warum.


..schön zugedeckt....Gute Nacht!

Montag, 21. Mai 2012

Sonntagsausflug oder "Ach, wie klein ist doch die Welt...."

Nachdem schon fast alle unsere Mitbewohner im "Paraiso del Sol" unser Haus in San Bernardino begutachtet und eingehend geprüft hatten, waren nun Silvia und Fritz an der Reihe. Wir beschlossen, am Sonntag , das war gestern, mit ihnen einen Sonntagsausflug zu unternehmen. Ein warmer Tag mit Sonnenschein. Wir fahren um 10.30 Uhr los und treffen Gudrun und Carlos bei unserem Haus. Welch eine Überraschung wartet da auf uns! Hat doch die Gudrun einen wunderschönen, riesengrossen Tukan aus Holz (Ramphastos Toco -Riesentukan) mit einer Banane im Schnabel organisiert und von Mariano, unserem Baumeister, lackieren lassen! Nun fragt sie mich, wo ich den Tukan denn gerne hingeschraubt haben möchte! Vorne beim Quincho ist der ideale Platz!
Wir machen einen Rundgang durch und ums Haus, besichtigen die fortgeschrittenen Malerarbeiten und probieren die Funktion der neuen Klimaanlagen aus. Alles ist gut gemacht. Sogar die Tür zum Haushaltungsraum wird gemessen und ist gross genug! Ja, ich hatte doch in der Nacht einen Traum, in dem wir vergebens versuchten, die neue Kühltruhe in diesen Raum zu bringen. Aber auch dies sollte gehen. Nun haben wir Hunger! Wohin gehen wir etwas essen? Natürlich zum Rene in Caacupe! Das ist ein Schweizer, von dem wir schon viel und nur Gutes gehört haben. Wir wollen ihn und sein Restaurant kennen lernen. In breitem Berndeutsch mit leichtem Solothurnerakzent werden wir von Rene Kräuchi begrüsst. In unserem Gespräch stellt sich heraus, dass er in Bäriswil, ganz nahe von meinem Heimatort Hettiswil, aufgewachsen ist und später in  Gerlafingen gewohnt hat. Seine Exfrau hat zudem in der Papierfabrik Biberist gearbeitet, wo auch Peter seine letzte Arbeitsstelle hatte. Welch ein Zufall! Aber das ist ja noch nicht alles! Ein Gesicht kommt mir seltsam bekannt vor. Den kenne ich doch, aber woher? Hat er vielleicht einen Bruder, der im sehr ähnlich sieht? Er verkauft frisch gebackenes Brot und Würste, Landjäger, Cervelats, Dauerwürste  und geschnittenen, vakumierten Fleischkäse! Herrlich, alle kaufen was. Dabei kommt er zu mir und fragt mich, woher wir uns den kennen würden? Ich zähle ihm all die Orte auf, wo ich mal gearbeitet habe und beim Restaurant Bismarck finden wir den gemeinsamen Nenner! Ja, er habe im Bucheggberg gewohnt! In der Harley- und Countryszene verkehrt! Aha, in Mülchi beim Linedancing habe er mich gesehen! Genau, aber wir kennen uns schon von früher, bloss weiss ich noch nicht genau woher, aber das finden Martin und ich beim nächsten Gespräch bestimmt heraus. Er wohnt in Caacupe, neben dem Restaurant "Thüringer". Caacupe ist die Hauptstadt des Departements Cordillera, zu dem auch San Bernardino gehört.
War das wirklich ein Zufall.......? Wie klein doch unsre Erde ist!

Sonntag, 13. Mai 2012

DAS IST ES!!!!

Wir waren oft unterwegs und haben uns verschiedene Häuser angeschaut. Das erste war in Guarambaré, dem Nachbardorf von J.A.Saldivar. Ein sehr schönes Haus, von einem Italiener für seine zukünftige Familie gebaut. Seine paraguayische Freundin hat ihn aber verlassen und das Haus stand zum Verkauf. Leider war es bereits verkauft, als wir im Januar herkamen.

Schilfgedeckter Quincho des  Hauses in Guarambaré

1600 qm Fläche für 38000 Euros. Das wäre ein echtes Schnäppchen gewesen, besonders da die Küche genau meinen Vorstellungen entsprochen hat. Aber....es hat nicht sollen sein.....
Wir durchstöberten sämtliche Immobilienseiten und immer wieder die Inserate der deutschen Onlinezeitungen!
Da..in Itaugua.. ein Haus mit einem grossen Pool! Das gehen wir uns ansehen! Wir fahren mit Thomas hin. Das Grundstück hat uns sehr gefallen, der Mangobäume wegen, und auch der Pool, aber das Haus ...neee.. kleines Paraguayerhaus mit nur einem Zimmer. Da hätte man ein neues Haus bauen müssen. Zum Preis von 60000 Euros war uns das zu teuer.
"Hier", sagt Peter eines Abends zu mir," schau, eine Finca mit 2,8 ha zum Preis von 28000 Euros, was meinst du?" "Ansehen" sage ich! Wir machen einen Termin aus und fahren mit Peter M. hin. 1.3km weg von der Asphaltstrasse, Sandstrasse, Seifenpiste bei Regen! Starkstromleitung neben dem Haus ...?..

man sieht nur ARBEIT!

die Küche ist schon renoviert..

typischer Vorplatz

Die "Klimaanlage" Paraguays....ein riesiger Mangobaum
Die Besitzerin leidet an Krebs und muss deswegen ihren Besitz verkaufen. Aber für uns ist das doch nicht geeignet, zuviel müsste noch gemacht werden!
Bei Axel-Immobilien finden wir das nächste Objekt: Schönes Haus in Estanzuela für 68000 Euros.
Wir fahren hin, das Haus ist ein Bijou und sehr europäisch eingerichtet! Die Besitzer wollen verkaufen, weil sie Freunde aus Deutschland erwarten und dann mit ihnen zusammen ein grösseres Grundstück erwerben wollen. Doch der Garten ist uns dann doch zu klein und der Swimmingpool eine grössere Badewanne.
Am Cerro Mbatovi wäre ein Grundstück von 4 ha zu verkaufen. Das ist die Gegend, wo es uns bisher am Besten gefallen hat. Aber wir brauchen nicht soviel Land, das muss dann unterhalten oder bepflanzt werden, was wollen wir uns das aufhalsen, wenn wir doch andere Dinge zu tun haben z.B. Spanisch lernen!
Von Karola und Georg kommt das äusserst liebenswerte Angebot, in ihr Gästehaus zu ziehen, bis Dezember sei es frei! Das wäre genau das Richtige...doch......
An einem schönen Tag Ende April fahren wir zu Gudrun, um mit ihr einkaufen zu gehen. Als wir dort ankommen hat sie Besuch, ihr Baumeister, Mariano, ist da! " Heute sehen wir uns zwei Häuser in Sanber an! Ich hab alles organisiert!" Oh gut, machen wir das. Das erste ist ein Paraguayerhaus im Rohbau, kleine Zimmer, aber schon als Laden benützt worden. Naja, wir haben uns das anderes vorgestellt! Wir fahren weiter........in das condominio cerrado "Ayres de Sanber", eine 24 Std. bewachte Wohnanlage in San Bernardino. Schon der Name der Stadt erinnert uns an die Schweiz! Wir gehen auf das bestimmte Haus zu und wissen............DAS IST ES!......Unser neues Heim in Paraguay für 350 Mio Guaranies! Von einem Architekten als Musterhaus entworfen und gebaut, möbliert, auf einem 1080 qm Grundstück und noch nie bewohnt! Gudrun und Carlos machen " Nägel mit Köpfen" und gleich einen Termin mit dem Verkäufer, Curd Ernesto Tippach Manzoni. Da ihm das Land nicht gehört, worauf das Haus steht, sondern der Firma Raices, besteht er auf einem schriftlichen "Gentlemen`s Agreement", das er der Firma vorweisen kann, um zu zeigen, dass er mögliche Käufer für das Haus gefunden hat. Der Vorvertrag wird am 1.Mai im Haus unterschrieben. Am 8. Mai 2012 unterschreiben wir in der Immobilienfirma Raices in Asuncion den Kaufvertrag für unser Haus. Carlos und Gudrun übersetzen perfekt!
Am nächsten Tag rufe ich morgens um 4.00 Uhr über Skype meine Bank in der Schweiz an und informiere sie über die bevorstehende Transaktion, die ich dann sogleich online vornehme! Gelobt sei das Internet!

                                                               Das ist es!


Grundriss mit den Möbeln
In ca. 60 Tagen wird der Titel auf unsere Namen überschrieben sein und im Grundbuch in San Bernardino eingetragen!
Wir müssen nun einen Kochherd, einen Kühlschrank und eine Waschmaschine besorgen! Den Kostenvoranschlag für den gewünschten Salzwasserpool haben wir von Mariano auch schon erhalten! 45 Mio Gs.
Dann können wir einziehen! Wir freuen uns!
Danke Gudrun, herzlichen Dank Carlos!

Montag, 30. April 2012

Sie kommt....eeeendlich.....!

Von ITO wurde uns in einer E- mail am 15. Februar angekündigt, dass unsere Seekiste mit ihren 5,8 Kubik Inhalt ungefähr am 12. April bei uns eintreffen werde. Unser ganzer europäischer Lebensinhalt unterwegs nach Asuncion, Paraguay, Südamerika! Nein, das Wichtigste in unserem bisherigen Leben, unsern Sohn Daniel, Tochter Alexandra mit ihrer Familie und all unsere Freunde und Verwandten haben wir in der Schweiz zurückgelassen, in der Hoffnung, ab und zu einen von ihnen bei uns als Gast willkommen heissen zu dürfen und ihm die Pracht, die wundervolle, andersartige Natur und all die freundlichen Menschen Paraguays näher bringen und vorstellen zu dürfen.
 Auf meiner Chinareise 1986 wurde mir bewusst, dass Fremde Freunde sind, die man nur noch nicht kennengelernt hat! Genauso erging es mir hier, wir haben  viele neue Freunde gefunden, nicht nur Europäer, auch Einheimische, obwohl wir die Sprache Paraguays nur unzulänglich sprechen und verstehen. Doch das wird sich bald ändern!
Doch zurück zu unserem Riesenpaket. Am 30. März teilte uns Frau Kris Thiessen von der Spedition Global-Thiessen mit, dass die Seekiste in Montevideo angekommen sei, aber wegen dem niedrigen Wasserstand auf dem Rio Paraguay noch nicht bis Asuncion verschifft werden könne. Kein Problem, wir warten, hier haben wir ja alles.
Nach zwei Wochen und etwas Regen beschliessen Peter und ich, nach Asuncion zu fahren und die beglaubigte Packliste der Frau Thiessen zu bringen. Zufällig bin ich ihrem Namen auf facebook begegnet und habe ihr eine Freundschaftsanfrage geschickt, die sie auch gleich akzeptierte. Genial, das Internet!
Wir werden sehr freundlich empfangen und Kris sagt, sie brauche noch unsere Mesa de Entrada, unsere Einwanderungsanträge. Die habe ich fein säuberlich in meinem Einwanderungsordner verstaut und natürlich nicht dabei. Ich könne ihr diese auch per mail senden, sagt Frau Thiessen. Mach ich sogleich, wenn wir zu Hause sind. Ich denke mir noch: Da machen die wegen jedem Dokument so ein Riesentheater mit den verschiedensten Beglaubigungen und die Mesa de Entrada kann ich einfach einscannen und per mail verschicken? Hmmmmm...?
Zufällig chatte ich mit unserem Einwanderungshelfer, Uwe Becker." Habt ihr eure Sachen? Nee, das gibts doch nicht! Weisst du die Nummer des Sammelcontainers? Nein? Dann frag mal den ITO, der kennt die Nummer!!"
So frage ich in Köln bei ITO nach der Nummer des Containers!
20 Minuten später habe ich die Antwort!
Ein paar Tage später. Uwe: " Der Container ist schon lange in Asu, war eben am Hafen! Hast du die Nummer der Bill of loading? Nicht? Frag mal den ITO nach der Nummer des Frachtscheins! Mit welcher Überseespedition wurde deine Kiste verschifft? Mit Hapag Lloyd, Hamburg Süd oder mit wem? Frag den ITO auch danach!"
So frage ich in Köln bei ITO nach dem Gewünschten!
10 Minuten später die Antwort!
Einen Tag später Uwe: " Sind deine Sachen da? Was ? Noch nicht? Was ist denn das für eine Schlamperei?
Die sollten schon längst bei dir sein!! Ruf die Thiessen an und frag nach!"
Ich schreibe Kris eine E-mail und frage mal ganz eingeschüchtert nach meiner Seekiste.
Am 13. April antwortet Kris, dass alles da sei, bloss, die Frachtpapiere seien noch nicht in ihrem Besitz und ohne die könne sie nicht mit der Desconsolidation beginnen.
Uwe im chat: " Sind deine Sachen da? Was, immer noch nicht?" Ich erkläre ihm, dass Kris noch nicht im Besitz der Frachtpapiere sei.
Uwe: " Die Papiere werden mittels Kurier von Deutschland nach Paraguay geschickt! Frag den ITO mit welchem Kurierdienst die Papiere geschickt wurden!"
So frage ich in Köln bei ITO nach dem Kurierdienst!
15 Minuten später die Antwort, Fed Ex, mit der Erklärung, dass die Botschaft Paraguays in Berlin einen ganzen Monat gebraucht hätte, um die Frachtpapiere zu beglaubigen! Ach sooooo.....! Da schlampt nicht Kris Thiessen!
Da müssten wir halt doch noch etwas warten, meint Uwe. " Frag den ITO nach der Nummer des Kuriers! Ich kann das dann im Internet verfolgen, hab das Programm!"
So frage ich in Köln bei ITO nach der Nummer!
Uwe findet heraus, dass die Papiere am 20. April von Köln abgeflogen sind und am 23. in Buenos Aires zwischenlanden. Kris bestätigt mir die Ankunft der Papiere am 24. April um ca 18.00 Uhr.
Am 26. ruft sie an und bestellt uns um neun Uhr morgens am 27. April zum Hafen in Asuncion, und ich solle doch bitte die Originale der Mesa de Entrada mitbringen, da die Kopien nicht akzeptiert würden! Hab ichs nicht gedacht!
 Doch von nun an klappts wie am Schnürchen. Um 9.00 Uhr sind Thomas und ich am Hafen, treffen Frau Kris Thiessen und sehen da auch endlich meine Seekiste in Natura!


Container, Container, Container..........
Zollgebäude und ein Stück vom Rio Paraguay...
unser "Leben" in Europa ist da........

Die Entzollung ist eine kurze Sache. Der nette Zollbeamte bricht die Kiste mit einem Stemmeisen oben auf, wirft einen kritischen Blick hinein und fragt, ob ich Gitarre spiele. Ich kläre ihn auf, das sei ein Banjo und ja, ich hab mir vorgenommen es hier spielen zu lernen, halt jetzt im Selbsstudium!
 Oh Suizos! Ja, seine kleine Tochter schaue sehr gern die Heidi Trickfilme, und seine Frau stamme von schweizerischen Einwanderern ab. Wir freuen uns beide darüber!
Kris organisiert gleich den Transport.
 Wieder zu Hause, ruft sie an und sagt, dass die Kiste um 14.00 Uhr am Hafen abgeholt und gleich nach Saldivar gefahren werde. Wir könnten sie ca. um 16.00 Uhr in Empfang nehmen.


16.00 Uhr ist vorbei......
um 18.00 Uhr ists dunkel....
Wie sich herausstellt haben auch in Paraguay Menschen Probleme mit rechts und links. Der Lastwagenfahrer biegt falsch ab und Thomas geht ihn suchen, er kennt ja die Kiste!


viele helfende Hände......

Geschafft!  La servesa ist verdient!