Freitag, 10. Februar 2012

Roque Alonso

Eine Stadt nahe der argentinischen Grenze. Die Gegensätze sind enorm. Hier die armen Leute, da ein riesiges, modernes Einkaufszentrum mit ALLEM, sogar Elektrolux Waschmaschinen zu 15x454000 Guaranies! Markenschuhe, Kleider, Parfums, Sportgeräte und...und....und..., aber.... keine Käufer!!!! Das ist alles zu teuer für einen Durchschnittsparaguayer. Auch sieht man selten jemanden rauchen. Das fällt mir auf, weil ich mir doch vorgenommen hatte, das Rauchen aufzugeben und gesünder zu leben. Ich habs bis heute nicht geschafft! Bei den Preisen! Die Stange umgerechnet 2.40 Fr. (Stange!!!) Durchschnittliches Jahresgehalt eines Paraguayers: 3900 Euro! (Jahreseinkommen!) Wir fahren nach  Roque Alonso, weil die beiden Deutschen, Markus und Olli, alte VW`s T1 suchen. Sie exportieren diese alten Busse mit der geteilten Frontscheibe nach Deutschland. Liebhaber zahlen da eine Menge Geld dafür. Sie haben bereits drei vor dem Haus stehen.
Es war bestimmt nicht die genialste Idee, meine Haare wachsen lassen zu wollen. Bloss weil ich dachte, nicht sofort eine passende Friseuse zu finden in Paraguay. Peluquerias gibt es hier nämlich wie Sand am Meer.
Man stelle sich vor: 46°, die Klimaanlage im Auto heizt, anstatt zu kühlen, keiner weiss warum, wir sind schon ganz durchnässt, und immer noch rinnt der Schweiss in salzhaltigen Bächen den ganzen Körper runter! Es juckt in den Haaren! Ich wäre sofort bereit, mich kahl scheren zu lassen!
Kleidung der Frauen
Hier muss ich mal was zur Kleidung der Paraguayerinnen sagen: Man trägt Leggings, kurz, mittel oder lang. Sie sind sehr bequem bei der Hitze! Die Oberteile sind Shirts oder Tops, egal, aber meistens viel zu eng! Hier herrscht noch die Meinung, je dicker desto wohlhabender!  Sagenhaft, was man da zu Gesicht bekommt! Und gebadet wird in den Kleidern, wohl, weil man sich keine Badeanzüge leisten kann.

Mittwoch, 8. Februar 2012

7.Februar2012

Pleite...........!
Drei Tage haben wir mit faulenzen, schwimmen, Wäsche waschen in einer Whirlpool-Waschmaschine-vollelektronisch und Tomaten aussäen verbracht. So wie das Rentner eben so tun. Dann der Anruf von Uwe, unserem Einwanderungshelfer: Ich hol euch in einer Stunde ab, habt ihr eure Pässe dabei? -Klar, die muss man immer dabei haben, für den Fall einer Kontrolle, was sehr häufig der Fall ist.
Eine Stunde später werden wir tatsächlich von Uwe in einem 80000 Dollar Mercedes abgeholt und nach Asuncion gefahren. Schön klimatisiert stehen wir im Stau! In Asu..... wow.... 43°! Mann diese Hitze...und wir eilen zur Fotografin, um Passfotos zu machen, jeder braucht sechs Stück! Dann gehts zur Policia national, hier werden NUR Daumenabdrücke genommen. Es wird ein Dokument, ähnlich einer Identitätskarte angefertigt. Da kein Strom vorhanden ist, kommt die gute alte Olympia Schreibmaschine zum Einsatz. Selbsverständlich kann niemand eine Fotokopie machen, deshalb eilt Uwe in so einen Copyshop. Wir warten! Sofort werden wir von einer jungen, hübschen Dame übernommen, die uns zu Interpol fährt. Hier werden uns sämtliche Fingerabdrücke genommen, dann noch von jeder Hand die vier Finger zusammen, plus der Daumen. Von Scannern hat man wohl noch nie was gehört. Ich schätze mal, alles ist in Paraguay so um die 50 Jahre hinten nach. Computer bei Staatsbetrieben und Ämtern......man wehrt sich sehr dagegen! Hände waschen, zurück zu Uwe. Bei der Policia national ist auch schon das Dokument fertig, es muss bloss noch laminiert werden. Wir sind stolze Besitzer eines Ausländerausweises!



So, jetzt haben wir uns aber ein Mittagessen verdient! Um 14.00 Uhr essen wir einen Cäsarsalat und trinken Cola Zero. Der Salat ist mit gegrilltem Hähnchen und Knoblauchtoastwürfeln angereichert.
Wir besprechen das weitere Vorgehen. Da die dreimal beglaubigten Rentenbescheinigungen von Peter noch in die juristische Abteilung überbracht werden müssten, wo sie nochmals geprüft und beglaubigt werden, und das gut und gerne etwa 2 Monate dauern würde, kommen wir zur Einsicht: es ist besser, ein Bankkonto mit 5000Dollars zu eröffnen, die wir wieder zurückkriegen, sobald wir im Besitz der Cedula sind.
Das machen wir morgen , sagt Uwe, möchtet ihr noch wat einkaufen, wenn wir schon in Asuncion sind?
-Ja , einen Drucker! Denn keiner hat sowas, oder es funktioniert nicht. Meiner ist ja unterwegs im Container. Für 70 Dollars kaufen wir uns einen HP All in One Deskjet 1050.
Wir fahren auf dem Heimweg im Supermarkt STOCK  vorbei, wo ich noch was gegen Mücken und eine Salbe gegen Mückenstiche, sowie Medizinischen Alkohol zum Ansetzen der tibetanischen Knoblauchessenz besorge. -----aua-----plötzlich-----------arge Bauch und Magenschmerzen, mir ist schlecht und WO IST DIE NÄCHSTE TOILETTE?  Mann, es dauert noch fast eine Stunde, bis wir zu Hause sind!!
Ich überlebe und trinke nur noch Wasser mit Limettensaft.
Zwar etwas schlapp und mit nur noch geringen Schmerzen, holt uns Uwe am nächsten Tag um halb zehn wieder ab. Schlechte Nachricht! Peter hat doch tatsächlich schon seinen Ausweis verloren!!!! Männer!
Da müssen wir nochmals einen machen, sagt Uwe! Er hat die Ruhe weg! Ich rege mich auf!
Wir gehen also zu der Bank für die Einlage!!
 Nee, sagt Uwe, da kann man nicht einfach rein und die Karte hinlegen und sagen, buchen Sie mal 5000 Dollars ab von meinem Konto. Da muss man 22 Millionen Guaranies cash hinlegen!
 Ups.......wir haben 4 Karten von unseren Konten, mit jeder können wir 2x 1,5Mio (300.-Fr. 1 Monatsgehalt in Paraguay) pro Tag aus dem Bancomaten ziehen. Ich wechsle noch all meine Euros und Dollars um, und so können wir dann doch noch die Millionen zusammenkratzen!
Den Abend verbringen wir mit -----------
Plaudern........

Planschen........



Politisieren!
Fritz und Silvia sind heute aus der Schweiz wiedergekommen.

HAPPY BIRTHDAY, NICOLE!

Donnerstag, 2. Februar 2012

1.Februar 2012

Bist du schon einmal mit deinem Auto durch einen Fluss gefahren? Ich ja auch nicht, aber heute ...na sowas!
Dass es regnen könnte, haben wir uns ja schon gleich am Morgen beim Aufstehen gedacht. Wolken türmten sich zu Bergen auf, die Sonne blickte nur ab und zu kurz dazwischen hervor. Wir wollten heute zur Schweizer Botschaft in Asuncion fahren, um uns ordentlich anzumelden, wie das pflichtbewusste Bürger tun. Um neun sollten wir bereit sein. Lili und Philip, Markus und ein defekter Rasenmäher sollten mit von der Partie sein. Zuerst wurde der Rasenmäher zur Reparatur gebracht, danach suchten wir die Avenida J.O`Leary, ohne Navigationsgerät, versteht sich, wo sich die Botschaft befinden sollte.Nach längerem Suchen und vager Erinnerung meinerseits, den Namen der Strasse letzten August mit einem rosafarbenen Haus in Verbindung bringend, waren wir richtig. Oben im vierten Stock angekommen, es war gerade 20 Minuten vor Mittag, stehen da die Öffnungszeiten: MO bis DO von 8.00 bis 11.30Uhr. Ich klingle trotzdem, und siehe da , es wird uns aufgetan. Die Dame am Schalter spricht Deutsch! Da ich die Formulare schon online ausgefüllt hatte und alle Papiere dabei waren, ging das ganz schnell. Erst als ich mich für die AHV anmelden wollte, kam ein freundlicher Herr und stand uns in heimatlicher Mundart mit Rat und Tat zur Seite. Unsere Begleitung hatten wir inzwischen in ein Restaurant, gleich unten beim Eingang, geschickt. Die Schnitzelbrote waren lecker.

Busterminal Asuncion


Da begann es plötzlich zu Regnen, riesige Tropfen fielen vom Himmel. Wir waren unterwegs zum Busterminal, um Lili`s Bruder Alfredo abzuholen, der, zur Überraschung der ganzen Familie, aus Argentinien anreiste. Sieh mal da.............

Strasse in Asu vom Auto aus

Der Spuk dauerte zwar nicht lang, aber die Wassermenge war enorm!
Wieder zu Hause war von dem vielen Wasser fast nichts mehr zu sehen.




Dienstag, 31. Januar 2012

1.Tag

Schon wieder sind wir eingeladen, zum Frühstück bei Thomas! Wie im 5Sterne Hotel! Alles da, von Müesli über Rührei, Käse, Schinken, Wurst, Joghurt bis zu Butter, Konfitüre und Honig!
Danach gehen wir Lilis Familie besuchen, alle meine facebook-Freunde aus Paraguay sind da und freuen sich.
Wir trinken Terere und plaudern ein bisschen  mit Händen und Füssen! Ja, ich muss so schnell wie möglich Spanisch lernen!! Scheisse, wenn man sich nicht richtig verständigen kann. Lili versteht ein bisschen Deutsch, ich bin froh! Danach gehts zum Flughafen Silvio Petirossi unseren Koffer holen. Auf dem Rückweg gehen wir Autos ansehen, schauen kostet ja noch nichts. Hmm..hier kosten Toyotas Offroader oder Mitsubishi Pajeros aus dem vorderen Jahrhundert schon noch 8 bis 10000 Dollars. Muss ja nicht gleich sein, besonders da in Paraguay andere Verkehrsregeln gelten, ähnlich denen in den USA. Ist schon gewöhnungsbedürftig für Europäer! Und überhaupt ist es viel zu heiss, um in der Sonne zu stehen und Automotoren anzusehen!
Wir fahren nach Hause, schwimmen eine Runde und geniessen den Abend, plaudernd und Mango essend.
Heute habe ich übrigens die erste Tarantula gesehen. Sie war so 7cm lang und tot.

Ankunft

Der Flug verläuft wie geplant, alles klappt wie am Schnürchen, bloss in Sao Paulo, es ist Sonntag und kein Mensch scheint zu arbeiten, suchen wir unser Abfluggate und den dazupassenden Terminal 1. Gottseidank hat Peter den besseren Orientierungssinn!  Frauen----! Wir erreichen Asuncion pünktlich um 09.10 Uhr, wo Thomas uns schon mit seiner ganzen Familie, Lili und Philip, erwartet.
Bloss unser 30kg Koffer ist wohl mit einem andern Flugzeug unterwegs, denn er ist nicht da.
Kein Problem, sagt Thomas, die rufen an sobald er hier ist. Das war dann schon am gleichen Nachmittag der Fall. Aber wir hatten keine Lust bei fast 40° nochmals zum Flughafen zu fahren! Morgen!
Wir lernen im Paraiso del Sol gleich auch Markus kennen. Er kommt aus Deutschland und weilt für fünf Wochen in Paraguay, auf der Suche nach alten Autos für Deutschland, wo Liebhaber Unsummen dafür auf den Tisch blättern.
Wir beziehen unser Apartamento, räumen unsere Habseligkeiten ein und sind zum Asado eingeladen.
Ein Grillfest, wo Unmengen Fleisch gegrillt und auch verzehrt werden, dazu gabs köstlichen Krautsalat, Coleslaw, und Brot.
Sehr müde, wir hatten ja die ganze Nacht fast kein Auge zugetan, fallen wir um 24.00Uhr ins Bett und schlafen himmlisch bei Ventilatorgeräusch und 20°.

Adios Suiza-Hola Paraguay

Wir sind nun schon zwei Tage in J.A. Saldivar. Die Zeit verrinnt schon unheimlich schnell. Nach der Kündigung am 31. Dezember 2011 hatte ich Freizeit.-Denkste- Den ganzen Januar über war ich so im Stress, dass sich sogar mein Blutdruck drastisch erhöhte und mein Mann, Peter, sich ernsthaft Sorgen um meine Gesundheit machte! Auf unserer Wohngemeinde hatten wir uns auf den 31. Dezember abgemeldet, unsere Krankenkassen auf Ende Januar gekündigt. Tickets sind auf den 28.Januar gebucht! Es geht von Zürich über London via Sao Paulo nach Asuncion. OK. Zuerst mussten nun unsere Habseligkeiten ordentlich verpackt und zweisprachig angeschrieben werden. Das war eine echte Herausforderung, besonders  da ich nur sehr wenig Spanisch spreche. Zum Glück gibts LEO und Pons auf dem PC! ITO holt unseren "Kram" am 13. Januar ab. Was, auch die Packliste muss von der Botschaft Paraguays beglaubigt sein????? Wie soll denn das gehen, hat ja keiner geschaut, was ich eingepackt habe! Gut, da geht sie halt per Express nach Bern zur Botschaft, wo auch unsere persönlichen Dokumente zur Beglaubigung hinterlegt sind. Schon drei Tage später kommt der Anruf der Botschaftssekretärin, wir könnten alle Dokus abholen.
Am folgenden Tag reisen wir nach Bern, holen die Papiere und bezahlen dafür saftige 490 Dollars.
Damit wäre also alles beisammen, und wir laden unsere Familien und Freunde zu einem Abschiedsessen ins Restaurant Bismarck, sehr bekannt fürs beste Pferdefleisch, ein. Danach sind wir noch überall zu typischen Schweizergerichten, wie Berner Platte, Raclette und Rita`s Fischpfanne eingeladen.
Die Koffern werden gepackt und unserem Sohn und seiner Freundin hinterlassen wir ein Chaos! Tut mir echt leid, war keine Absicht!!!!
Die Zwei fahren uns am Mittag des 28. Januar nach Kloten. Echtes Scheisswetter, Schneefall und so um 0°.

Wir checken das Gepäck ein, warten---------------was ist denn das, hinter einer Säule ein Ballon mit der Aufschrift: Sorry you`re LEAVING ! Unsere besten Freunde, ja sogar mein Bruder mit Freundin sind plötzlich da! Sie haben Sekt dabei!! Sogar Sektgläser!
Sind wohl doch nicht alle froh, dass wir endlich "abhauen"!
Zum Abschied fliessen Tränen!

Donnerstag, 5. Januar 2012

Der Countdown läuft!!!

Allen ein gutes neues Jahr mit viel Glück und bester Gesundheit!
Wir sind also seit dem ersten Januar nicht mehr in der Schweiz angemeldet! Das heisst, im Falle eines Unfalls oder einer Krankheit könnte die Krankenkasse, auch wenn sie bezahlt ist, Probleme bereiten. Also gesund bleiben! Unsere Tickets sind auf den 28.1.2012 gebucht. Zu Hause herrscht das wahre Chaos. Wir sind am Packen. Am 13.1.,am Freitag, kommt die Spedition ITO, um unsere voraussichtlich 4m3 abzuholen. Oh, jetzt weiss ich schon wieder nicht mehr, wie man Kubik auf dem PC eingibt.